Zucht

STIPATOR FRANCORUM

Wir züchten im Rassezuchtverein für Hovawart-Hunde (RZV), der unter dem Dach des VDH angesiedelt ist.

 

Alle Bemühungen bei der Zucht im RZV zielen auf:

  1. Gesundheit
  2. Wesensfestigkeit
  3. Leistungsbereitschaft
  4. Schönheit

und zwar genau in dieser Reihenfolge.

In unserem Verein wird nach dem strengsten Regelwerk innerhalb des VDH gezüchtet, das sich nicht nur in einer umfassenden Zuchttauglichkeitsprüfung (ZTP - 45min pro einzelnen Hund mit Schwerpunkt auf Wesenfestigkeit und Leistungsbereitschaft) widerspiegelt, sondern auch extensive Gesundheitsvoraussetzung einschließt.

Der Weg zur Zuchterlaubnis ist lang, nicht immer leicht und von einer großen Selektion geprägt. Man muss an diversen Veranstaltungen teilnehmen, um die Zuchtzulassung zu erhalten. Vorausgesetzt natürlich, dass das Hund-Mensch-Team sie besteht.

 

Alles beginnt mit einer NachZuchtBeurteilung (NZB), bei der die (nicht mehr) Welpen eines Wurfes einem Körmeister vorgestellt werden. Es wird geschaut, wie die jungen Hunde sich entwickelt haben, um einen Eindruck zu gewinnen, ob die Eigenschaften, die bei der Paarungsplanung als wichtig gestellt wurden, auch bei den Hunden vorhanden sind.

 

Die nächste Aufgabe des Hundebesitzers - Röntgen der Hüftgelenke, um Hüftgelenksdysplasie (HD) auszuschließen. Zur Zucht werden nur HD-Freie Hunde zugelassen.

 

Bevor der junge Hovawart das Alter von 2 Jahre erreicht, darf er bei der nächsten Zucht-Veranstaltung mitmachen. Sie heißt JugendBeurteilung (JB). Hier werden folgende Kriterien unter die Lupe genommen: Erscheinungsbild, Verhalten beim Spielen und in der Menschenmenge, Reaktion auf optische und akustische Reize. Das alles ähnelt der eigentlichen Zuchttauglichkeitsprüfung, wird aber nur in so zu sagen leicht abgespeckter Version durchgeführt.

 

An einer ZuchtTauglichkeitsPrüfung (ZTP) dürfen Hunde teilnehmen, die schon ihren 2. Geburtstag gefeiert haben.

 

Auf der Seite vom RZV kann man über Ausführungsbestimmungen von NZB, JB und ZTP nachlesen. Hier der entsprechende Link.

Zu den Gesundheitsvoraussetzungen gehören nicht nur gesunde Hüften, sondern auch Freiheit von jeglichen erkennbaren anderen erblichen Krankheiten (wie z.B. Augenfehler, fehlende Zähne…).

An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass im Verein auch Nachkommen der Zuchthunde beobachtet werden. So kann es sein, dass Eltern eines Wurfes aus der Zucht rausgenommen werden, wenn bei deren Nachkommen gehäuft ernste Krankheiten auftreten (wie z.B. Herzfehler). Darüber hinaus werden Aggressivität, Ängstlichkeit und Lethargie nicht akzeptiert.

Was das Hund-Mensch-Team jetzt noch gemeinsam meistern muss, ist die erfolgreiche Teilnahme an einer Schau (Beauty Contest) mit dem Ergebnis mindestens "gut".

 

 

Nun wenn die vorher aufgezählten Veranstaltungen erfolgreich absolviert wurden, kommt noch einiges mehr auf zukünftigen Züchter zu. Um sich Züchter im RZV nennen zu dürfen, muss man an einer zwei-tägiger Züchterschulung teilnehmen, die alle 5 Jahre aufgefrischt werden muss.

 

Es ist ein international geschützter Zwingername zu beantragen, und man darf einen zuständigen Landeszuchtwart bei sich zu Hause willkommen heißen, um bestätigt zu bekommen, dass das traute Heim auch für die Welpenaufzucht geeignet ist.

 

 

Hier angekommen darf man sich freuen, einen zuchttauglichen Hund zu haben und jetzt selbst Züchter zu heißen :-)

 

 

Und nun beginnt die sehr interessante aber auch umfangreiche Arbeit der Paarungsplanung:

Dabei sind viele Kriterien zu beachten (z.B. Gesundheit und Lebensverlauf der Ahnen und deren Nachkommen). Unter der Fülle der potentiellen Kandidaten muss der gefunden werden, der im Hinblick auf die gesetzten Zuchtziele das beste Ergebnis verspricht.

Herangezogen werden Zuchtwerte, die auf Basis der Ahnen ermittelt wurden und so einen ersten Eindruck über den geplanten Wurf verschaffen. Solch umfangreiche Kalkulationen lassen sich nur mit Hilfe geeigneter Spezialsoftware durchführen, da die Genetik mehrerer Generationen zu berücksichtigen ist.

Es werden folgende Werte ermittelt:

  • HD – HüftgelenksDysplasie
  • RKS – RöhrenKnochenStärke
  • WH – WiderristHöhe
  • TMP – Temperament
  • BEU – Beutetrieb

Dabei gilt 100 als der rassetypischer Durchschnitt.

Nehmen wir als Beispiel unseren A-Wurf mit Easy und Etax als Eltern.

 

Es werden Welpen mit folgenden Zuchtwerten erwartet: 90-89-106-103-121

HD (90) bedeutet, dass das Auftreten von HD noch unterhalb der ohnehin geringen Rate bei Hovawarten liegen wird.

Bei RKS von 89 werden Welpen mittleren Typs erwartet, die sich für sportliche Einsätze wie auch als Gebrauchshunde gut eignen.

Mit dem Wert 106 bei WH, werden leicht überdurchschnittlich große Hunde erwartet (Rüden ca. 70cm., Hündinnen ca. 62 cm.)

Temperament (103) wird als durchschnittlich lebhaft bezeichnet.

Im Beutetrieb (121) werden die Hunde eine natürliche und artgerechte Beschäftigung finden, die sich in Leistungs- und Lernbereitschaft widerspiegelt.

 

Bei der Planung der Verpaarung wird in der Regel das Datenbank-Programm DOGBASE genutzt, in dem man alle Informationen über die Vorfahren und deren Nachkommen finden kann. Das trägt dazu bei, die richtige Entscheidung zu treffen, um die gesetzten Ziele zu erreichen und der Rasse Hovawart gesunden Nachwuchs zu schenken.

© Hovawarte ex STIPATOR FRANCORUM